Vier Schüler und Schülerinnen sowie ihre Lehrerinnen Frau Hengari und Frau Gowasas aus Baumgartsbrunn in Namibia waren am letzten Schultag vor den Herbstferien zu Besuch in der Realschule Wolbeck. Begleitet wurde die kleine Gruppe von den SolarNet-Mitgliedern Herrn Rasche und Herrn Seidel.
Die Klassensprecher aus allen Jahrgangsstufen, Frau Taube (unsere Ansprechpartnerin für Baumgartsbrunn) und unser Konrektor Herr Weinert übergaben ihnen einen symbolischen Scheck über 8100€. Diese hohe Summe hatten die Schülerinnen und Schüler durch unseren Sponsorenlauf vor den Sommerferien für Baumgartsbrunn gesammelt.Die Delegation aus Baumgarstbrunn nahm das Geld mit Erstaunen und Dank entgegen.
Vor der Scheckübergabe hatten die Klassensprecher die Gelegenheit, den namibischen Gästen Fragen zu ihrem Leben in Baumgartsbrunn und ihren Eindrücken von Münster zu stellen. Hier ein paar der Informationen, die die deutschen Schüler von den nambischen Kindern erfuhren:

Die Namibier waren für zwei Wochen auf Einladung von SolarNet nach Deutschland gekommen, u.a. um bei einem Filmprojekt am Schillergymnasium mitzuarbeiten. In den zwei Wochen waren die Kinder in Gastfamilien untergebracht, während die Lehrerinnen bei Herrn Rasche wohnten.Die Verständigung lief auf Englisch, was die namibischen Kinder genau wie die deutschen in der Schule lernen. Darüber hinaus spricht die Delegation aus Baumgratsbrunn sowohl ihre namibische Amtssprache Afrikaans als auch ihre eigentliche Muttersprache Khoekhoegowab. Das ist eine Sprache mit Schnalzlauten, die die deutschen Gastgeber faszinierte und belustigte.
Die Klassensprecher und -sprecherinnen waren erstaunt zu hören, dass die namibischen Kinder in ihrer Freizeit das Gleiche machen wie sie selbst: Spielen, Fahrradfahren, Musikhören, Fernsehgucken und z.B. Reiten.
Auf die Frage nach den Lieblingsbands der namibischen Kinder erfuhren die Deutschen, dass diese auf Hiphop stehen, aber auch gerne die Musik regionaler traditioneller Bands hören. Herr Rasche konnte berichten, dass die Kinder sehr oft einfach Mal spontan in ihrer Muttersprache lossingen.
Als Lieblingstiere nannten die afrikanischen Kinder Strauße, Pferde und Löwen. Letztere kannten sie allerdings auch nur aus dem Zoo. Apropos Zoo; den Münsteraner Zoo hatte die kleine Gruppe bereits besucht und sehr genossen.
Andere Dinge, die sie an Münster beeindruckend fanden, war der bunte Herbstwald mit den vielen Kastanien und Eicheln, die Freundlichkeit der Menschen und den Rechtsverkehr.
In Münsters Innenstadt staunten sie vor
allem über die vielen Fahrräder und hatten schon einen passenden Spitznamen für unsere Drahtesel gefunden: Kudu. Das ist eine Antilopenart, die berüchtigt dafür ist, urplötzlich aus dem Busch auf die Straße zu springen.Die namibischen Schüler bewunderten die Ausstattung und den Zustand der deutschen Schulen und waren besonders von den Turnhallen begeistert. Sport gehört neben Mathe, Englisch und Sozialwissenschaften zu ihren Lieblingsfächern.
So nahm Frau Taube die ganze Gruppe dann auch nach der Scheckübergabe mit in die Turnhalle zum Sportunterricht iher 6. Klasse. Die namibischen Kinder sollten beim Superball-Spiel mitmachen. Während sie zuvor noch etwas schüchtern wirkten – wie die deutschen Schüler übrigens auch –, gab es beim Spiel keinerlei Berührungsängste mehr. Die namibischen Kinder zeichneten sich durch echtem sportlichen Ehrgeiz aus. Sie hatten so viel Spaß an der Sache, dass auch Frau Hengari und Frau Gowasas nach einigen Minuten mitspielen wollten.
Nach der Sportstunde zeigte Herr Weinert den Gästen das Vivarium. Mit einer gehörigen Portion Skepsis aber großem Interesse begutachteten die Namibier die Reptilien, Schlangen, Spinnen und Kleintiere. Dabei lösten die Schlangen einen für die Vivariums-AG überraschend großen Ekel bei den namibischen Kindern aus. Der 12jährige Wesley rannte mehrmals schreiend aus dem Raum, was bei allen und ihm selbst zu Heiterkeit führte. Trotzdem fanden sich zwei Mutige, die die Schlangen doch noch in die Hand nahmen.

So war es eine sehr interessante Begegnung für alle und die Realschule Wolbeck freut sich, weiterhin mit Baumgartsbrunn in Kontakt bleiben zu können.

