Vorteile:
Die Lehrkräfte haben die Gelegenheit, "ihre" Räume fachgerecht und atmosphärisch zu gestalten und dadurch die Motivation für das Fach zu steigern.
So können Englischlehrer z.B. schöne Poster aus englischsprachigen Ländern und Lernplakate aufhängen und einen Schrank voller Materialien aus englischsprachigen Ländern einrichten. Wörterbücher und andere Medien müssen nicht mitgeschleppt werden und sind jederzeit griffbereit. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Produkte der Schüler aus z.B. Gruppenarbeiten nicht trotzdem ihren Platz finden und ausgestellt werden können.
Die Sitzordnung kann an die Bedürfnisse des Faches ausgerichtet werden, ohne dass ständig Zeit durch Tischeverschieben verloren geht.
Vandalismus-Probleme nehmen ab, da die Schülerinnen und Schüler mit einem schön eingerichteten Raum, den sie einer Lehrkraft zuordnen können, rücksichtsvoller umgehen. Die Lehrkräfte verbringen auch mehr Zeit in ihren Räumen, so dass die Schülerinnen und Schüler auch in den 5-Minuten-Pausen häufiger beaufsichtigt sind. So reduzieren sich auch Mobbing-Probleme.
Die Bewegung von Raum zu Raum wirkt konzentrationsfördernd auf die Schülerinnen und Schüler. Außerdem bewegen sie sich von einer Lernwelt in die nächste und schließen nach der Stunde gedanklich mit dem Fach ab.
Einwände und Sorgen
Es besteht die Sorge, dass der häufige Klassenraumwechsel zu Chaos und Unruhe auf den Fluren führt. Man sollte aber bedenken, dass die Kinder und Jugendlichen auch jetzt schon sehr viel zwischen den Räumen wechseln müssen, da viele Fächer in Fachräumen (z.B. Physik, Musik, Sport) unterrichtet werden oder die Klassen in Kurse mit eigenen Räumen (z.B. Religion, WPUI) aufgeteilt sind.
Um den Schülerinnen und Schülern den häufigen Umzug im wahrsten Sinne des Wortes zu erleichtern, werden in den Klassenräumen zum Teil zusätzliche Fachbücher gelagert, so dass die Kinder und Jugendlichen manche ihrer schweren Bücher zuhause lassen können.
Die Klassen behalten bei ihrer Klassenlehrerin, bzw. ihrem Klassenlehrer ihren Stammraum. Dort gibt es abschließbare Schränke mit Fächern für jede Schülerin, bzw. jeden Schüler. Nach wie vor können die Klassen ihren Stammraum mitgestalten und z.B. Fotos von Klassenfahrten, etc. aufhängen.
Natürlich mögen sich weitere Nachteile zeigen, die im Moment nicht bedacht wurden. Daher gilt das Klassenraum-Prinzip zunächst für ein halbes Jahr. Es wird sicherlich auch einige Monate dauern, bis sich die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte an das neue System gewöhnt haben und die Räume optimal gestaltet sind.

